Willkommen auf den Meeren Alphas!

  • Tagebuch

  • Willkommen auf den Meeren Alphas!

    Dies soll mein Tagebuch zu meinen Erlebnissen auf Alpha werden. Ich werde wohl kaum täglich einen Beitrag formulieren können, versuche mich aber in einer gewissen Regelmäßigkeit. Allwöchentlichkeit sollte drin sein. Mindestens. Aber das hängt ja auch ein wenig vom Tagesgeschehen ab.

    Alpha - Welt der ersten Herrscher! Alpha... Es herrschen Kriege, es gibt Freiheitskämpfer für Agoren aller Welten und Provokateure. Alteingesessene Herrscher, Neuankömmlinge und ein toter Server.
    Ein toter Server? Keineswegs! Gerade als die besten Männer, die ich von Tau und Ypsilon schicken konnte endlich einen Siedlungsplatz fanden, gab sich ihnen ein furchtbares Szenario. Da brannte es doch bei einem Nachbarn! Mir wurde berichtet, dass scheinbar zwei Flotten die Insel blockierten. Hrimo, der Stadthalter, den ich einzusetzen gedachte, eröffnete mir, dass es klüger sei, eventuell die frische Kolonie schnellsmöglich aufzugeben.
    Ein Dreitagesplan musste her! Man beriet sich. Und setzte schnell alle nötigen Forschungen in Gang und baute nur das nötigste. Errechnet wurde auch, wie viele Steuern man einnehmen müsse, um nach drei Tagen fünf Schiffe beisammen zu haben.
    Drei Tage später erreichte mich der Bericht Hrimos:

    Poemer - mein gnädiger Herrscher!

    Ich bringe frohe Kunde. Unsere Akademiker, die ihr uns von Tau geschickt habt, haben ihre Kenntnisse vermitteln können. Der Expansion stand nichts im Wege. Gestern Mittag stachen drei Schiffe in See, die Baugut für eine zweite Kolonie haben, die unsere erste ersetzen sollen. Es liegt ein wenig ... außerhalb. Kurzum: Wir befinden uns beinahe am Rand Alphas mit unseren Siedlungsplänen. Auf der Insel selbst - so sagt es der Sendbote, der gerade verkündete, dass man das Ziel nach mehr als 25h erreichte - ist eine Insel mit wunderbaren Marmorvorkommen und einem dicht bewachsenem Wald. Man kann auch Poseidon zu Füßen liegen. Auf der Insel selbst gibt es scheinbar vier verlassene Festungen. Acht Metropolen hingegen strahlen nahezu auf Hügeln.
    Ich bin mir sicher, dass wir dort gut Handel treiben können und man uns nicht zu stören versucht. Die zukünftige Hauptstadt soll Ophnaig heißen. Dort ist es sicher!
    Derweil lassen wir hier in Polis alles niederreißen, was nicht dem Hafen, dem Rathaus oder dem Palast angehört. Man will das Material auch nach Ophnaig schicken, um einen Stadthaltersitz zu errichten. Er wird der Palast, von dem aus ich unser Volk lenken werde. Gerade verlädt man die Trümmer auf unsere fünf Schiffe und lässt die Siedler an Board. Ich werde wohl der letzte sein, der geht. Ein wenig tut es mir weh. Aber was gibt man nicht für Sicherheit?

    Ich melde mich, sobald es frohe Kunde gibt.
    Ergeben,
    Hrimos


    Hrimos sollte sich nicht verschätzt haben. Seit heute steht Ophnaig auf einer kleinen Insel im friedlichen Nirgendwo. Man baut das Rathaus aus und und taufte das Örtchen offiziell.
    Der Brief von Hrimos, der einen Tag später einging, erfreute mein Herrscherherz:

    Gnädigster!

    Es lief alles nach Plan. Es ist vollbracht und ich weine Tränen der Rührung. Ophnaig ist noch sehr klein. Wir haben keine Mauer und einen Hafen können wir auch nicht bieten. Nicht einmal ein vernünftiges Institut für unsere momentan arbeitslosen Klügsten haben wir. Aber der bürokratische Akt des Aufgebens der Kolonie ist vollbracht. Man berichtete mir, dass ein Zeichen vonnöten gewesen sei, um die Kolonie Polis im kriegerischen Mittelmeer Alphas aufzugeben. Nun denn - das Zeichen war zum Glück schnell erkannt und richtig angegeben.
    Alles geht hier seinen Gang. Einige Bürger hacken Holz, andere hämmern Marmor aus der Grube. Es ist, als wisse jeder, dass un rosige Zeiten bevor stehen. Ich persönlich sitze hier im Palast und walte ganz zu eurer Zufriedenheit. Es gab keine schlimmen Vorkommnisse. Vorerst ist entschieden, dass wir ohne Militär siedeln und expandieren. Unser Volk ist so klein, dass es kaum ein lohnendes Ziel darstellt - hoffe ich.
    Nun denn ist für heute Abend der Bau der grundlegenden Gebäude geplant. Eine Akademie, ein Hafen, eine Mauer, eine Zimmerei und ein Lagerhaus fordert man. Aber ich bin der prächtigen Holzvorkommnisse wegen nicht besorgt, dass es an Baustoff mangelt.

    Untergeben,
    Hrimos


    Soweit der Stand. Natürlich werde ich weitere Ereignisse unter Hrimos Verwaltung veröffentlichen, wenn die Zeit reif ist. Man berichtete mir, dass Hrimos eine bahnbrechende Idee hat, die es in meinen Reichen nie gegeben hat.
    Bis dahin -
    adieu

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    Zweierlei zählt: Man muss mit wenig zufrieden sein.
  • Es hat sich einiges getan auf der beschaulichen Insel, die mein werter Hrimos besiedelt hat. Si gehen einige interessante Dinge aus seinem neuen Brief hervor, welcher mir just zugetragen wurde:

    O Herrscher! O Weiser!

    Gerade sah ich in geringer Entfernung zu unserer mittlerweile prächtigen Stad Ophnaig unsere Männer, die eine weitere Kolonie gründeten. Am Fuße eines wunderbaren Weinbergs steht nun Ayro Oreis. Ein kleines Örtchen, das immerhin korruptionsfrei ist. Man erntet bereits besten Wein und schlägt Holz. Mauern hingegen haben wir noch nicht errichten wollen - die Frauen im Ort sagen, sie verschändele die Aussicht.
    Es ist auch so, dass wir mit unserem Marktplatz bereits Handel treiben konnten. Es erschien mir sinnvoll, während der Zeit der Korruption in unserem Setzling Wein dazu zu kaufen. Nun stapeln sich hier die Fässer und wir wissen kaum, wohin damit. Unklug ist es, ihn einfach an die Arbeiter zu geben, da gleichwohl die Förderleistung, die unter Zeus' Segen groß ist, sinken würde. Wenn Ihr Interesse am Tropfen dieser südlichen Gefilde habt, lass es mich wissen. Ich schicke sogleich einen Boten... -
    Wisst Ihr, was für mich als Verwaltungsmensch das Schönste an diesem Örtchen ist? Auf Tau zum Beispiel wurde Euer Reich, meine Heimat, so zerstreut gegründet, man musste glatt mehrere Stadthalter einschalten. Hier hingegen kann ich von Ophnaig auch über weitere zukünftige Kolonien walten und richten. Der Weg des Boten mit dem Ruderboot ist kaum Zeit kostend; ja, selbst das Leeren eines Kruges Wein dauert länger als die Überfahrt.

    Ergeben und euphorisch,
    Hrimos



    Mein Herr,

    es ist freudig mitzuteilen, dass zum einen unser Wein ein wenig wegrationalisiert wurde, zum anderen der Erweiterung unserer Souveränität nichts im Wege steht. Das hiesige Schwefelvorkommen scheint uns ein Zeil zu sein, das in den nächsten Tagen anzusiedeln ist. Oder siedeln wir uns dort an? - Man ist ein wenig duselig von ... der vielen Arbeit.
    Mittlerweile beschäftigen wir Zimmermannsleute. So wie in nahezu jeder Stadt von Euch. Die Handelsschiffe -zehn an der Zeahl- kutschieren Wein und Marmor. Alles ist, wie es sein soll. Und immernoch sind wir stolze Pazifisten, mein weiser Herr! Truppen brauchen wir nicht. Auch wenn uns die Mauern der verfallenen Städte ein Hindernis sind, das wir tatsächlich mal beseitigen müssen. Wer weiß, was für Gaben die Völer hinterließen?

    Eine Sache noch, mein Herr... - Verzeiht meine Emotionalität, der Wein treibt es rein - Ich bin einsam. Es ist nicht eine Frau, die zu meiner Seite stehen muss, nein. Aber ich wünsche mir Freunde. Zwölf könnte ich bewirten. Freunde, von denen ich lerne und die mit mir teilen. Es ist so, dass hier wirklich nichts passiert. Aber immerhin kann man ungestört bauen und muss sich keine Sorgen aufgrund von barbarischen Raublagern machen.

    Ergeben,
    Hrimos


    Es ist also bis jetzt alles nach Plan gelaufen. Sobald die Grundversorgung steht, gedenke ich am anderen Ende oder im Zentrum Alphas einen Handelsposten zu errichten. Es muss doch möglich sein, alle Rohstoffe bisauf einen zu erhandeln. Mein Plan für das Alpha-Reich beinhaltet es auch, unter die bekannten Händer zu kommen. Schauen wir, wie Hrimos weiter berichtet.


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    Zweierlei zählt: Man muss mit wenig zufrieden sein.

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  • Hrimos verzichtete ein paar Tage lang darauf, mir zu schreiben. Es ist, als schäme er sich seiner Taten und seines süffigen letzten Briefes wegen. Wie kann ich es meinem besten Mann aber verübeln? Nun, hier ist das nächste Zeugnis seines Tuns:


    Mein werter, bester, kluger Herr!

    Ich ließ auf meinen Bericht warten. Verzeiht mir dies bitte. Es war viel zu tun. Nicht nur, dass unser Rathaus in Ophnaig schon acht Ausbauten erfahren hat - nein, wir haben auch eine weitere Kolonie gegründet. Es ist eine weitere Niederlassung neben Ophanig. Marmor hat einen höheren Verkaufswert als Schwefel in den hiesigen Meeren und so erscheint es uns recht lohnend, einfach selbigen abzubauen.
    Bedauerlicherweise muss ich euch gestehen, dass sich unter meiner Herrschaft hier eine Art Bürgerinitiative gründen konnte. Sie nennt sich "Waffenträger des Volkes". Ihre Forderungen sind recht einfach: Sie wollen mich dazu zwingen, eine Schwefelinsel zu besiedeln, damit für ständigen Waffennachschub gesorgt ist. Offen gestanden verstehen auch sie nicht, warum man Krieger aus entzündlichem, stinkendem Material formen soll..? Habt Iht mal einen Hopliten mit einem schwefelnen Schild gesehen? Es ist absurd. Vielleicht ist es der kulturelle Einschlag: Eisen gibt schließlich in keinem der Meere, die Ihr besiedelt habt.
    Die Bürgerinitiative muss ich im Auge behalten...
    Nun aber zurück zu meiner Tochter. Also der Stadt, die ich in Auftrag gab. Sie ist wirklich ein prächtiges Örtchen. Korruptionsfrei dank schnellen Handelns und voller fleißiger Leute. Lekoos Zituak wird ein Utopia, wenn die Zeit reif ist. Und es wird uns eine tolle Gebetsstadt werden, um Poseidon zu huldigen. Mir scheint, dass eine religiöse Stimmung ohnehin dominant wird. Sobald wir die Theokratie erforscht haben -bei dem momentanen technischen Stand also in circa anderthalb Jahren- werden wir die geplanten Tempel zum Umschlagshafen unserer Kultur machen können. Störend wäre dabei nur die Verringerung der Bematenrechte. Mich trifft es da zumeist.
    Andere freudige Ereignisse gibt es noch zu berichten: Mir scheint sich mein Verdacht, dass dieses Fleckchen Alphas sicher ist, zu bestätigen. Keine Übergriffe in den letzten Tagen waren festzustellen. Es gab auch keine Notsituation.
    Was weniger freudig lastet, ist, dass unsere Nachbarschaft arg unkommunikativ ist. Die Agoren sind verwaist und staubig. Ich gehe gelegentlich dorthin um mal meine staubige Beamtenlunge zu lüften.

    Nun, ich berichte demnächst wieder, mein Herr!
    Untergeben,
    Hrimos



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    Zweierlei zählt: Man muss mit wenig zufrieden sein.
  • Mein werter Herrscher, Freund und Weisester der Weisen!

    Was gibt es zu berichten von Eurer Stütze der Macht? Ist es nicht erstaunlich, welch Langeweile sich hier aufzutürmen versucht? Derweil -so aalglatt wie eh und je- regiere ich im wunderschönen Ophnaig, kann herüber zu Ayro Oreis schauen und sehe nun etwas was Euch gewiss in Hochmut und wohlige Stimmung versetzen wird: östlich von mir glitzern Kristallhöhlen auf einem Eiland, dem Kolossos zu Füßen liegt Kolonie Nummer drei!
    Beatri Os - so nannte ich sie - leidet derzeit unter katastrophalen Umständen der Korruption. Ich wage aber zu prophezeien, mein werter Herrscher, dass sich dies am übermorgigen Tage erledigt haben wird.
    Ein Problem besteht dennoch: Da es dort so rau zugeht hat die Vereinung "Waffenträger des Volkes" schnell Fuß gefasst. In einem offenem Drohbrief heißt es, man wolle sich daran machen, mit dem Kristallglas, welches wir abbauen werden, die neuesten Waffen zu errichten. Die Erforschung dieser liegt glücklicherweise in den Händen der Forscher, die ich anleite und denen ich vertraue. Sie sagten mir zu, sich erst auf Forschungen zu berufen, die vor allem Gold sparen und Baukosten senken.
    Sobald ich den Herrschersitz in Beatri Os einweihen kann, werde ich diesen Nichtsnutzen von Antipazifisten die Leviten lesen lassen. Verlasst Euch darauf!

    Derweil ist uns aufgefallen, dass man Marmor hier so teue verkaufen kann, dass man umgerechnet für drei Einheiten Marmor fünf Einheiten Holz erhält. Da erschien es unseren Oberarbeitern schnell ratsam, mehr Leute in die Marmorgruben zu schicken und dafür ein paar Bäume mehr stehen zu lassen. Ich denke, wenn sich dies so halten lässt, wird sich niemals in allen Zeiten jemand die Frage stellen, ob es denn genug Bäume gibt. Sie verlieren schnell an Interessenten.

    Weiterhin versuchen wir in kleinen Mengen zu handeln, um allmählich ein großes Handelsimperium zu errichten. Der Plan, den mir Oyeraptu zutrug, welcher mein bester Planer ist, besagt, dass wir unsere nächste Kolonie sehr weit weg gründen werden, wo viel los ist. Dort werden wir Lagerhäuser errichten, Mauern stärken und sogar einen militärischen Posten errichten müssen, wenn die Zeit reif ist. Dort soll ein weltenwichtiger Umschlagshafen entstehen. Ob sich dem die Realität anders entgegenstellt als gewünscht, ist abzuwarten.
    Oyeraptu bestätigt mich auch darin, der Stimme der Frau zuzuhören und in unserem angelegenen Reich keine Mauern zu errichten. Es ist tatsächlich ein ganz reizender Blick in die Landschaft ermöglicht.

    Was mir kleine Stiche versetzt, ist, dass ich noch immer keine Freunde oder Wissensgenossen mein Eigen nenne. Wie schön wäre es, voneinander zu profitieren.


    So steht es also um Hrimos. Ich darf ihm nicht mitteilen, dass auf Ypsilon alles besser läuft als auf Alpha. Dort ist man immerhin unter den 25 wichtigsten Händlern aufgelistet. Aber es hat alles seine Zeit. Zu hoffen ist, dass er vor Einsamkeit nicht eingeht.
    Zweierlei zählt: Man muss mit wenig zufrieden sein.